DIE GESCHICHTE DES GUDHJEM MUSEUMS
Als De Bornholmske Jernbaner 1968 liquidiert wurde, ergriffen die Künstler Axel Munch und seine Frau Esther sowie Paul Høm und seine Frau, die Keramikerin Lisbeth Munch-Petersen, die Initiative, das Bahnhofsgebäude davor zu bewahren, in einen touristischen Zweckbau umgewandelt zu werden.
Sie erkannten, dass das Gebäude seit seiner Errichtung weitgehend unverändert geblieben war und dass es sich um ein einzigartiges Bauwerk handelte, das es zu bewahren galt. Man versuchte, den Gemeinderat dafür zu gewinnen, das Gebäude zu kaufen, „damit es zumindest vor der Erniedrigung bewahrt wäre, die es bedeuten würde, daraus eine Cafeteria, ein Lager oder etwas anderes zu machen, das mit dem Gebäude nichts zu tun hat.“
Ursprünglich war nicht vorgesehen, das Gebäude als Ausstellungsort einzurichten, sondern als Archiv und Depot für alles, was die Geschichte der Region Gudhjem erzählen konnte. Bereits auf dem Dachboden des Abstinenzhotels befand sich eine recht umfangreiche Sammlung von Gegenständen.
Wie so oft zuvor – und auch später – drehte sich schließlich alles ums Geld. Kurz gesagt gelang es den Initiatoren, das Gebäude 1969 für 135.000 DKK zu kaufen – ohne einen einzigen Cent in der Tasche, jedoch indem sie persönlich für einen großen Teil des Kaufpreises bürgten.
Das bewegliche Inventar – die Ausstattung, die lange Bank des Bahnhofsgebäudes usw. – wurde separat versteigert. Dafür verwendete man das kleine Kapital von knapp 10.000 DKK, über das der Verein verfügte, um die Gegenstände zu erwerben, die eigens für das Gebäude entworfen worden waren.
Im Zusammenhang mit dem Kauf entstand auch der Wunsch, die nahe gelegenen Lokomotivschuppen und weitere Gebäude für Ausstellungszwecke nutzen zu können. Doch erneut standen die finanziellen Möglichkeiten im Weg. Man hatte sich bereits sehr viel vorgenommen.
Mehrere Jahre nachdem der Bahnhof 1969 zum Museum geworden war, blieb der Wunsch nach einem eigentlichen Ausstellungsgebäude bestehen. Es wurden zahlreiche Versuche unternommen, Stiftungsmittel für ein solches Gebäude zu beschaffen. 1975 musste man jedoch endgültig feststellen, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, die erforderlichen Mittel für ein solches Projekt aufzubringen.
1986 brachte eine Erbschaft nach Sophus Phil die alten Pläne für ein Gebäude für Kunstausstellungen wieder in Gang. Zwei Architekten wurden um Entwurfsvorschläge gebeten. Die Wahl fiel auf einen Entwurf des Architekten Niels Frithjof Truelsen aus Fåborg, der mit dem Museumsbau bestens vertraut war, unter anderem durch seine Arbeiten für das Fåborg Museum und das Asger Jorn Museum in Silkeborg.
Es gelang, die Finanzierung des Projekts sicherzustellen, und am 11. Mai 1990 wurde das Gebäude eingeweiht. Dem Museum wurden außerdem bedeutende Schenkungen in Form von Kunstwerken überlassen. Im folgenden Jahr konnte das Projekt mit einem neuen Haupteingang und Besucherbereich im alten Bahnhofsgebäude vollendet werden.
Nun blieb noch der Wunsch nach einem Magazin zur Aufbewahrung von Ausstellungsobjekten und -requisiten. Am 19. Oktober 2001 konnte auch dieser letzte Teil des Museumskomplexes eingeweiht werden.
Auch dieses Gebäude wurde von Niels Frithjof Truelsen entworfen. Seine Architektur ist, wie schon beim Ausstellungsgebäude, sorgfältig auf die Architektur der übrigen Bahnhofsgebäude der Strecke Almindingen–Gudhjem abgestimmt und von ihr inspiriert.
Gudhjem, Februar 2012. Mogens Lau
